Tiefe Hirnstimulation (DBS) in der Türkei — DBS bei Parkinson, essentiellem Tremor und Dystonie bei Eyeglow Istanbul
Tiefe Hirnstimulation (DBS) bei fortgeschrittenem Parkinson mit STN- oder GPi-Ziel, essentiellem Tremor mit VIM-Ziel und Dystonie mit GPi-Ziel — koordiniert über das akkreditierte funktionell-neurochirurgische Partnernetzwerk von Eyeglow Health an JCI-konformen Krankenhäusern in Istanbul. Verfügbar sind Medtronic Activa PC/RC, Abbott Infinity und Boston Scientific Vercise. Rahmenbasierte und robotergestützte Stereotaxie mit Mikroelektrodenableitung. Offene Aufklärung: DBS lindert motorische Symptome, heilt Parkinson jedoch nicht und verlangsamt den Krankheitsverlauf nicht. Nach der Beratung erhalten Sie eine schriftliche Eignungsbewertung.
Verifiziert und gelistet in führenden Verzeichnissen und bei Behörden
Was ist tiefe Hirnstimulation (DBS)?
Bei der tiefen Hirnstimulation (DBS) werden dünne isolierte Elektroden in bestimmte tiefe Hirnstrukturen eingesetzt und mit einem batteriebetriebenen implantierbaren Impulsgeber (IPG) verbunden. Dieser gibt kontinuierliche hochfrequente elektrische Impulse ab und moduliert krankhafte neuronale Schaltkreise. DBS ist die operative Standardbehandlung bei fortgeschrittenem Parkinson mit motorischen Fluktuationen nach Movement Disorder Society Guidelines 2018 und NICE TA386, bei medikamentös nicht kontrollierbarem essentiellem Tremor und bei primärer Dystonie.
Wichtiger Hinweis vor dem Weiterlesen: DBS ist eine symptomatische Behandlung. Sie lindert Tremor, Rigor, Dyskinesie und motorische Fluktuationen, verlangsamt, stoppt oder kehrt die zugrunde liegende Neurodegeneration bei Parkinson aber nicht um. Gang-Freezing, Sprache, Schlucken, Kognition und autonome Funktion schreiten meist unabhängig von DBS fort. Die Behauptung, DBS heile Parkinson, ist unzutreffend.
Von der Eignungsprüfung bis zur langfristigen Programmierung
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Präoperative Eignungsprüfung — MDS-UPDRS und L-Dopa-Test
Die DBS-Eignungsprüfung bei Parkinson folgt den Kriterien der Movement Disorder Society (MDS) und NICE TA386. Kern ist die motorische MDS-UPDRS-Prüfung im OFF-Zustand nach mindestens 12 Stunden ohne Medikamente und im ON-Zustand nach optimierter L-Dopa-Dosis. Verbessert sich der MDS-UPDRS-Teil-III-Wert um mindestens 30 %, ist dies der wichtigste Prädiktor für einen Nutzen der STN-DBS. Wer gut auf L-Dopa anspricht, reagiert meist auch gut auf STN-DBS. Bei tremordominantem Parkinson kann VIM-DBS auch bei schwächerer L-Dopa-Reaktion helfen. Beim essentiellen Tremor gehören die Fahn-Tolosa-Marin-Skala, Dokumentation der Alltagsbeeinträchtigung, Therapieversuche mit Propranolol und Primidon sowie neurologische Bestätigung der ET-Diagnose dazu.
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Neuropsychologische Untersuchung und kognitives Screening
Das kognitive Screening ist vor der Operation verpflichtend. DBS, besonders STN-DBS, ist bei Demenz oder deutlicher kognitiver Einschränkung relativ kontraindiziert: Ein Abbau kann sich beschleunigen, wache DBS erfordert Mitarbeit bei Mikroelektrodenableitung und Stimulationskartierung, und die spätere Programmierung benötigt Rückmeldungen. Auf MMSE oder MoCA folgt bei Auffälligkeiten eine vollständige Testbatterie zu Exekutivfunktion, verbalem Gedächtnis, räumlicher Verarbeitung und Sprache. Demenz nach DSM-5 ist eine Kontraindikation; leichte kognitive Einschränkung erfordert Aufklärung über das Risiko. Auch Depression und Angst werden geprüft, weil STN-DBS Stimmung, Manie- und Impulsivitätsrisiko beeinflussen kann. Unbehandelte aktive Depression oder Psychose muss vor einer DBS stabilisiert werden.
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Wahl des Operationsziels und des Systems
Das Zielgebiet bestimmt die behandelbaren Symptome. STN ist bei Parkinson mit motorischen Fluktuationen und Dyskinesien das Hauptziel; bilaterale STN-DBS senkt OFF-Zeit, Dyskinesien und Medikamentenbedarf. GPi verbessert die Motorik ähnlich, meist ohne Medikamentenreduktion, hat aber weniger kognitive und psychische Nebenwirkungen und wird bei ausgeprägter Dyskinesie, kognitiven Bedenken oder psychiatrischer Vorgeschichte bevorzugt; GPi ist zudem Hauptziel bei Dystonie. VIM ist Hauptziel bei essentiellem oder tremordominantem Parkinson und verringert Extremitätentremor um 70–90 %, nicht jedoch Rigor, Bradykinese oder Freezing. Systeme sind Medtronic Activa PC (3–5 Jahre), Activa RC (9–15 Jahre), Boston Scientific Vercise Genus/Cartesia und Abbott Infinity. Auswahlkriterien sind Ladefähigkeit, MRT-Bedarf, Programmierpräferenz und Erfahrung der operierenden Fachperson.
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DBS-Implantation — rahmenbasiert oder robotergestützt
Bei der stereotaktischen Implantation werden Elektroden mit Submillimetergenauigkeit in STN, GPi oder VIM platziert. Beim rahmenbasierten Verfahren wird am OP-Morgen unter örtlicher Betäubung ein starrer Metallrahmen am Schädel befestigt. Robotergestützte rahmenlose Systeme wie Neuromate, Rosa oder Medtronic StealthStation erreichen in erfahrenen Händen vergleichbare Präzision. Bei der Mikroelektrodenableitung (MER) bestätigen typische neuronale Entladungsmuster das Ziel vor Einsetzen der DBS-Elektrode. Bei wacher DBS lassen sich Wirkung und Nebenwirkungen wie Kribbeln, Dysarthrie oder Augenabweichung unmittelbar testen. Bei DBS in Vollnarkose bestätigt intraoperative Bildgebung per iMRT oder Durchleuchtung die Lage. Beide Wege sind anerkannt; Erfahrung des Zentrums und Patientenfaktoren entscheiden. Der implantierbare Impulsgeber (IPG) wird meist noch am selben oder am nächsten Tag unterhalb des Schlüsselbeins in die Brustwand eingesetzt.
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Postoperative Erholung und erste Programmierung
Der Krankenhausaufenthalt dauert 3–5 Tage. Ein Kopf-CT bestätigt die Elektrodenlage und schließt eine Hirnblutung aus; berichtet werden 1–3 %, meist symptomlose Mikroblutungen, während ein interventionspflichtiges Hämatom <1 % ausmacht. Der IPG wird gewöhnlich 2–4 Wochen nach der Implantation aktiviert, wenn die Schwellung abgeklungen ist. Bei der ersten Programmierung testet die DBS-Neurologie jeden Kontakt, bestimmt das therapeutische Fenster zwischen Wirkung und Nebenwirkungen wie Dysarthrie, Dysästhesie oder Diplopie und legt Frequenz, Impulsbreite, Amplitude und Kontaktkonfiguration fest. Nach STN-DBS lässt sich L-Dopa oft reduzieren; dies erfolgt langsam und fachärztlich gesteuert, um Dysphorie, Apathie und Dopamin-Dysregulation zu vermeiden.
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Langfristige Programmierung und Nachsorge mit mehreren Terminen
DBS ist kein einmaliger Eingriff; das System muss im Verlauf wiederholt programmiert werden. Standardtermine sind nach 1, 3 und 6 Monaten, danach jährlich oder bei Bedarf häufiger. Die Termine nach 1 und 3 Monaten finden idealerweise in Istanbul oder im Partnerzentrum statt; später kann ein DBS-erfahrenes Zentrum im Heimatland übernehmen, wofür wir vollständige Unterlagen bereitstellen. Mit Abbott Infinity oder kompatiblem Boston Scientific Vercise ist teilweise Fernprogrammierung möglich. Nicht wiederaufladbare IPG benötigen alle 3–5 Jahre einen Batteriewechsel unter örtlicher Betäubung. Veröffentlichte Daten zeigen einen motorischen Nutzen über 5–10 Jahre, darunter EARLYSTIM nach 5 und PD-SURG nach 3 Jahren. Die Grunderkrankung schreitet dennoch fort; Gang-Freezing, Gleichgewicht, Stürze, Sprache, Schlucken und Kognition verschlechtern sich häufig weiter und werden durch heutige Ziele nicht zuverlässig gebessert.
STN-DBS vs. GPi-DBS vs. VIM-DBS vs. fokussierter Ultraschall (FUS)
Die Wahl von DBS-Zielpunkt und Vorgehen hängt von Diagnose, Symptomprofil, kognitivem Status und individuellen Faktoren ab. Der fokussierte Ultraschall (FUS) ist eine nicht-invasive Alternative beim essenziellen Tremor — koordiniert über eine Vermittlung an Eyeglow-Partner.
| Kriterium | STN-DBS (Parkinson) | GPi-DBS (Parkinson + Dystonie) | VIM-DBS (essenzieller Tremor) | Fokussierter Ultraschall (Vermittlung an Eyeglow-Partner) |
|---|---|---|---|---|
| Hauptindikation | Fortgeschrittener Parkinson mit motorischen Fluktuationen und/oder Dyskinesie trotz optimaler Medikation — bilaterale STN-DBS senkt OFF-Zeit, Dyskinesie und Medikamentenbedarf | Fortgeschrittener Parkinson, besonders bei Dyskinesie, kognitiven Bedenken oder psychiatrischer Vorgeschichte. Hauptziel bei DYT1+ und anderen primären Dystonien; Wirkung nach bilateraler GPi-DBS verzögert nach 3–6 Monaten | Essentieller Tremor ohne ausreichende Reaktion auf Propranolol und Primidon — 70–90 % Verringerung des Extremitätentremors. Auch bei tremordominantem Parkinson ohne deutlichen Rigor oder Bradykinese | Essentieller Tremor — einseitige Läsion des VIM oder posterioren subthalamischen Bereichs mit fokussiertem Ultraschall; nicht invasiv, ohne Implantat und Narkose; Überweisung über Eyeglow-Partner |
| Kognitives und psychisches Risiko | Höheres Risiko kognitiven Abbaus bei anfälligen Personen; neuropsychiatrische Effekte wie Manie, Impulsivität, Depression und Apathie; strenges Screening verpflichtend | Geringere kognitive und neuropsychiatrische Nebenwirkungen als STN — bevorzugt bei kognitiven Bedenken oder psychiatrischer Vorgeschichte | Minimale kognitive und psychiatrische Effekte; VIM beeinflusst dopaminerge Schaltkreise nicht und kann bei kognitiver Einschränkung tremorspezifisch eingesetzt werden | Kein Implantat, daher keine Hardwarekomplikationen. Nur einseitig; beidseitige Behandlung verursacht erhebliche Ataxie und Sprachprobleme und ist für bilateralen ET ungeeignet |
| Medikamentenreduktion | Typisch 30–60 % weniger L-Dopa-Äquivalentdosis laut EARLYSTIM; weniger Dyskinesie, aber sorgfältige Dopamintitration nach DBS nötig | Kaum oder keine Reduktion — GPi-DBS wirkt parallel zu Medikamenten, die ähnlich weitergeführt werden | Keine Medikamentenänderung bei ET; geringe Wirkung auf Parkinsonmedikation | Keine Medikamenteninteraktion — nicht pharmakologisches Verfahren |
| MRT-Kompatibilität | Systemabhängig: Medtronic Activa nur unter begrenzten Bedingungen bei 1,5 T, nur Kopf und bestimmten SAR-Grenzen; Abbott Infinity bedingt bei 1,5 T und 3 T; Boston Scientific Vercise modellspezifisch. Vor jedem MRT IMMER mit dem Implantationszentrum prüfen | Dieselben systemabhängigen MRT-Bedingungen wie bei STN — das Zielgebiet ändert die Kompatibilität nicht | Dieselben systemabhängigen MRT-Bedingungen — das Modell entscheidet, nicht das Zielgebiet | MRT-kompatibel — kein Implantat; MRT führt die FUS-Behandlung in Echtzeit |
| Reversibilität | Reversibel insofern, als die Stimulation abgeschaltet werden kann; Elektroden lassen sich operativ entfernen, was selten, komplex und mit gewissen Risiken verbunden ist. Nicht im selben Sinn reversibel wie Medikamente | Gleiche Reversibilität wie bei STN | Bei DBS dieselbe Reversibilität wie STN und GPi; FUS erzeugt eine dauerhafte thermische Läsion und ist irreversibel | FUS-Ablation ist DAUERHAFT und IRREVERSIBEL — eine einseitige thalamische Läsion, qualitativ anders als abschaltbare DBS |
Individuelle Preisgestaltung
Jeder Behandlungsplan wird nach Ihrer Beratung individuell kalkuliert. Fordern Sie ein schriftliches All-inclusive-Angebot an — klar, aufgeschlüsselt und unverbindlich.
Schriftliches Angebot anfordernWas Ihre DBS-Koordination enthält
In der Koordination enthalten
- DBS-Eignungsprüfung: MDS-UPDRS Teil III im OFF- und ON-Zustand, standardisierter L-Dopa-Test und Fahn-Tolosa-Marin-Tremorskala bei ET
- Neuropsychologische Untersuchung: MoCA, vollständige kognitive Testbatterie und psychiatrisches Screening
- Beratung durch eine Fachperson für Bewegungsstörungen und multidisziplinäre Fallbesprechung
- Schriftliche Eignungsbewertung mit DBS-Indikation, empfohlenem Ziel STN/GPi/VIM, Systemempfehlung, erwarteter Nutzenspanne und offener Liste der voraussichtlich nicht gebesserten Symptome
- Präoperatives Gehirn-MRT, wenn das System es erlaubt bei 3 T, zur Zielplanung und Prüfung auf Kontraindikationen
- DBS-Implantation im JCI-konformen Partnerkrankenhaus durch funktionelle Neurochirurgie, Neurophysiologie für MER und Neuroanästhesiologie
- Mikroelektrodenableitung (MER) als Standard zur physiologischen Zielbestätigung
- Stereotaktischer Rahmen oder robotergestützte Zielplanung nach Präferenz der operierenden Fachperson, mit dokumentierter Genauigkeit
- IPG-Implantation mit dem vereinbarten System Medtronic Activa, Abbott Infinity oder Boston Scientific Vercise
- Postoperatives Kopf-CT zur Prüfung von Elektrodenlage und Blutung
- Erste DBS-Programmierungen in Istanbul mit IPG-Aktivierung, Bestimmung des therapeutischen Fensters und Parameteroptimierung
- Vollständiges Dokumentationspaket für die weitere Programmierung durch die Neurologie für Bewegungsstörungen im Heimatland
- Mehrsprachige Betreuung von der Untersuchung bis zu den postoperativen Programmierungsterminen
Separat angeboten oder nicht enthalten
- Systemkosten für Abbott Infinity oder Boston Scientific Vercise, wenn ein nicht im Standardpaket enthaltenes Wunschsystem nötig ist — separates Angebot
- Batteriewechsel bei nicht wiederaufladbarem IPG alle 3–5 Jahre — separates Angebot bei Bedarf
- Weitere Programmierungstermine nach den ersten Sitzungen in Istanbul; sie können in einem DBS-erfahrenen Zentrum im Heimatland stattfinden, wir stellen die Unterlagen bereit
- Medikamentensteuerung bei Parkinson über die Operationsphase hinaus durch die Neurologie für Bewegungsstörungen im Heimatland
- Physio-, Sprech- und Ergotherapie nach Entlassung; wir koordinieren die Überweisung im Heimatland
- Tiefe Hirnstimulation bei Zwangsstörung oder therapieresistenter Depression — experimentelle, durch NICE eingeschränkte Indikationen mit Ethikkommissionspflicht in der Türkei; außerhalb genehmigter Forschung koordinieren wir sie nicht
- Thalamotomie mit fokussiertem Ultraschall (FUS) als nicht invasive Alternative zu VIM-DBS bei ET — Überweisung an ein spezialisiertes Partnerzentrum
- Flüge nach/von Istanbul
- Reiseversicherung (empfohlen — deckt Flugstornierung, Gepäck und nicht operative medizinische Notfälle im Ausland ab; bei Bedarf koordinieren wir die Überweisung)
Sind Sie für DBS geeignet?
Sie sind möglicherweise geeignet, wenn
- Sie haben seit 5+ Jahren fortgeschrittenen Parkinson, erhalten optimale Therapie einschließlich L-Dopa, erleben erhebliche motorische Fluktuationen oder L-Dopa-bedingte Dyskinesie mit Alltagsbeeinträchtigung, verbessern sich im L-Dopa-Test um 30 %+ im MDS-UPDRS und haben keine kognitive Kontraindikation.
- Sie haben einen im Alltag beim Schreiben, Essen oder Trinken deutlich behindernden essentiellen Tremor, Propranolol und Primidon in therapeutischer Dosis ohne ausreichende Kontrolle erprobt und neurologisch bestätigten ET statt Holmes-, orthostatischem oder Parkinson-Tremor.
- Sie haben eine fachärztlich bestätigte primäre Dystonie wie DYT1+ oder eine andere genetische oder idiopathische Form mit erheblicher Behinderung, die nicht ausreichend auf Botulinumtoxin oder orale Medikamente anspricht.
- Sie wünschen vor der Operation eine Zweitmeinung zu Ihrer DBS-Eignung, Zielwahl oder Systemauswahl.
DBS ist möglicherweise nicht angemessen, wenn
- Sie haben Parkinson im frühen oder mittleren Stadium, das mit Medikamenten gut kontrolliert ist und keine erheblichen Fluktuationen zeigt — hier ist DBS nicht indiziert. EARLYSTIM schloss mindestens 2 Jahre motorischer Komplikationen ein; PRESTO und andere Daten stützen keine frühe DBS bei gut kontrolliertem Parkinson.
- Sie haben eine deutliche kognitive Einschränkung oder Demenz mit MoCA <21 oder entsprechendem neuropsychologischem Befund — je nach Schwere ist DBS relativ bis absolut kontraindiziert; besonders STN-DBS birgt bei anfälligen Personen kognitive Risiken.
- Sie haben eine aktive unbehandelte Depression, Psychose oder Substanzproblematik — vor der DBS-Prüfung ist psychiatrische Stabilisierung erforderlich.
- Sie erwarten, dass DBS Parkinson heilt oder das Fortschreiten stoppt — DBS kontrolliert motorische Symptome, verändert aber die Neurodegeneration nicht. Gang-Freezing, Gleichgewicht, Stürze, Sprache, Schlucken und Kognition schreiten fort und werden durch heutige Zielgebiete meist nicht gebessert.
- Sie haben ein atypisches Parkinson-Syndrom wie Multisystematrophie, progressive supranukleäre Blickparese, kortikobasale Degeneration oder Lewy-Körper-Demenz — diese reagieren anders und meist schlecht auf DBS; Kontraindikationen können gelten.
Hinweis. Die Informationen auf dieser Seite entsprechen den Leitlinien der Movement Disorder Society (MDS) zur DBS bei Parkinson (Bronstein 2011, Okun 2014), den DBS-Leitlinien der European Academy of Neurology (EAN) und dem NICE Technology Appraisal TA386 (DBS bei Parkinson). Genannte Studiendaten stammen aus EARLYSTIM (Schuepbach 2013, NEJM), PD-SURG (Williams 2010, Lancet), VA/NIH DBS Study Group (Follett 2010, NEJM) und STUMP (Stummer 2006, Lancet Oncology). Behandlungsentscheidungen erfordern die Prüfung durch zertifizierte Fachpersonen für Bewegungsstörungen und funktionelle Neurochirurgie mit vollständigen Krankenunterlagen und neuropsychologischer Untersuchung.
Was jede Person vor der Einwilligung in DBS verstehen muss
DBS bedeutet dauerhafte Hirnimplantate und eine langfristige Betreuung der Hardware. Die folgenden Hinweise gibt unser Partnerteam für Bewegungsstörungen in jedem Aufklärungsgespräch — wir wiederholen sie hier, damit Sie sie vor einer Kontaktaufnahme abwägen können:
DBS heilt Parkinson NICHT — sie lindert nur Symptome
Dies ist die wichtigste Aussage dieser Seite. Tiefe Hirnstimulation bei Parkinson ist eine symptomatische Behandlung und verlangsamt, stoppt oder kehrt die Neurodegeneration nicht um. Die Alpha-Synuclein-Pathologie schreitet trotz DBS fort. DBS verringert motorische Fluktuationen, OFF-Zeit und Dyskinesie, verbessert bei geeigneten Personen Tremor und Rigor und erlaubt oft weniger Medikamente. Sie verbessert Sprache häufig nicht und kann sie bei bilateraler STN-DBS leicht verschlechtern; auch Schlucken, spätes Gang-Freezing, Kognition, autonome Störungen und Stürze werden nicht zuverlässig gebessert. Nach MDS-Evidenz 2018 ist DBS bei sorgfältig ausgewählten Personen mit Fluktuationen indiziert, doch Parkinson bleibt progressiv und DBS behandelt nur einen Teil der Beeinträchtigung.
Hardwarekomplikationen — Elektrodenbruch 1–5 %, Infektion 3–7 %, Batteriewechsel alle 3–5 Jahre
Implantierte Hardware kann mechanische und biologische Komplikationen entwickeln. Elektrodenbruch oder -wanderung tritt über die Lebensdauer bei 1–5 % auf und kann eine Revisionsoperation erfordern. Hardwareinfektionen liegen laut Metaanalysen bei 3–7 % (Bhatia 2018) und können Cellulitis am IPG oder entlang von Elektrode und Verlängerungskabel verursachen; teilweise oder vollständige Entfernung plus Antibiotika und später erneute Implantation können nötig sein. Serom oder Hauterosion über dem IPG betrifft 1–3 %. Nicht wiederaufladbare IPG werden alle 3–5 Jahre unter örtlicher Betäubung gewechselt; bei 30+ Jahren Erkrankung entspricht dies 6–10 Eingriffen. Wiederaufladbare Activa RC, Vercise oder Infinity müssen täglich 1–2 Stunden extern geladen werden und setzen Mitarbeit, Kognition und Geschicklichkeit voraus.
Operationsrisiko — Hirnblutung 1–3 %, Infektion 1–2 %, Fehllage der Elektrode
DBS ist ein stereotaktischer Hirneingriff mit messbarem Risiko. Intrakranielle Blutungen werden in Metaanalysen bei 1–3 % berichtet, meist als symptomlose Mikroblutungen; symptomatische, interventionspflichtige Blutungen machen etwa 0,5–1 % aus. Mikroblutungen entlang der Bahn können vorübergehende neurologische Beschwerden über Tage bis Wochen auslösen. Ein durch den Zugang verursachter Schlaganfall liegt in erfahrenen Zentren bei <0,5 %. Fehllagen sind mit MER und intraoperativer Bildgebung selten, können bei geringer Wirkung aber eine Revision erfordern. Perioperative Krampfanfälle treten bei 1–3 % auf und sind meist vorübergehend. Die operationsbedingte Sterblichkeit liegt in erfahrenen Zentren bei <0,5 %. Für die IPG-Implantation gilt zusätzlich das Vollnarkoserisiko.
MRT-Kompatibilität — nicht jedes DBS-System ist unter allen Bedingungen geeignet
MRT kann nach DBS nötig bleiben, birgt aber durch Hochfrequenzenergie an den Elektroden ein Erwärmungsrisiko für angrenzendes Hirngewebe. Bedingungen unterscheiden sich streng nach Hersteller und Modell. Medtronic Activa ist meist nur unter spezifischen Bedingungen bei 1,5 T, nur mit Kopf-Sende-/Empfangsspule, begrenztem SAR und bestimmten Sequenzen bedingt geeignet; Ganzkörper-MRT ist bei vielen älteren Systemen NICHT erlaubt. Abbott Infinity ist unter modellspezifischen Bedingungen bei 1,5 T und 3 T bedingt geeignet und erlaubt mehr Körperregionen. Boston Scientific Vercise Genus/Cartesia ist unter Bedingungen bei 1,5 T geeignet. Künftiger MRT-Bedarf etwa wegen Rückenleiden oder Krebs kann die Systemwahl beeinflussen. Nach Implantation darf MRT NUR in einem Zentrum erfolgen, das die Systemdokumentation geprüft hat und alle Bedingungen einhält.
Nur OFF-Medikament-Symptome bessern sich — ON-Symptome möglicherweise nicht
STN-DBS bessert vor allem Symptome, die im OFF-Zustand auf L-Dopa ansprechen. Deshalb prognostiziert der L-Dopa-Test den DBS-Nutzen: Beide wirken über überlappende Mechanismen der Basalganglien. Besteht ein Symptom im OFF- und ON-Zustand gleichermaßen, wird DBS es wahrscheinlich nicht wesentlich bessern. Dazu zählen häufig Haltungsinstabilität und Stürze, Gang-Freezing im ON-Zustand, Sprache, Schlucken, Kognition und autonome Symptome. Sie spiegeln eine breitere Neurodegeneration über den nigrostriatalen Weg hinaus wider, einschließlich Braak-Stadien sowie cholinerger, noradrenerger und autonomer Beteiligung, und werden durch STN-Stimulation nicht behandelt. Dies wird jeder Person bei der präoperativen Eignungsprüfung ausdrücklich erklärt.